Rente

Oder: Wie bekämpft man Altersarmut ohne die jüngere Generation finanziell zu überfordern?

Rente ist für viele junge Menschen ein Konstrukt, was hauptsächlich die Älteren angeht. Schließlich ist es ja noch lange hin bis man in Rente geht. In meinem Beispiel wäre das in etwa 2060. Eine Zahl, die sich für mich persönlich eher wie das Gehalt meiner Mutter, als wie ein Jahr anhört. Dennoch lohnt sich gerade für uns junge Menschen eine genauere Betrachtung des Systems. Im Gegensatz zu den meisten privaten Vorsorgen besteht für keine Generation ein Anspruch, das gezahlte Geld später als Rente zu bekommen. Da in den Nachkriegsjahren, die zuvor Rücklagen finanzierte Rente nur sehr gering war, aufgrund der Tatsache, dass die Rücklagen nahezu vollständig ihren Wert verloren hatten, wurde auf ein Umlage finanziertes System umgestellt. Das bedeutet das im Rahmen eines Generationenvertrages, die arbeitende Generation die Rente der Rentner*innen bezahlt. Besonders in den folgenden „Babyboomer“ Jahren hat dies zu voll Kassen bei einem guten Renten Niveau geführt. Wenn viele Menschen arbeiten und nur wenige in Rente sind ist das eine logische Folge. Im Laufe der Jahre änderte sich dieses Bild. Die Menschen wurden älter und es gab weniger Geburten. Um einigermaßen gleichbleibende Renten zu sichern, das Renteneintrittsalter nicht zu stark zu erhöhen und die Beitragszahlenden nicht zu sehr zu belasten wurde das bestehende System immer weiter bezuschusst. 2016 belief sich dieser Zuschuss auf etwa 100 Milliarden Euro. Dabei haben wir momentan so viel Menschen in Beschäftigung wie noch nie. Was passiert jedoch, wenn die Jahrgangsstarken Generationen unserer Eltern in Rente geht. Wer sorgt dafür, dass unsere Eltern im Alter finanziell gut ausgestattet sind? Wie schafft man es dabei 290 besonders Geringverdienende nicht weiter zu belasten? Es wird nun seit geraumer Zeit vorgeschlagen, man solle privat vorsorgen. Aber wie solle Geringverdiener*innen vorsorgen, wenn das Geld gerade so zum Leben reicht? Wie gestaltet man darüber hinaus eine betriebliche Altersvorsorge? Können wir uns weiterhin leisten, dass ein Teil das Beschäftigen nicht in die Rentenkasse einzahlen (Ist es Zufall, dass gerade staatliche Amtsträger*innen nicht in dieses System für die Allgemeinheit mitbezahlen)? Wie kann man auch in der Rente, durch bspw. eine Solidarrente, Umverteilung besser gestalten? Wir denken ihr seht, dass es viele Fragen gibt, die kontrovers diskutiert werden können und uns alle etwas angehen. Ich würde mich freuen im Laufe der nächsten 12 Monate diese Fragen zu diskutieren und Kernkonzepte entwickeln, die ein Angebot einer Antwort schaffen. Wir würden dazu gerne zunächst Gruppenarbeiten zu bestimmten Grundlagen einteilen, die sich dann mit Hilfe von gegebenen Texten und des Internets so einen Überblick über das komplexe Thema und die aktuellen Regelungen verschaffen. Anschließend sollen erste Lösungskonzepte erarbeitet und konkretisiert werden. Dieser erste Entwurf soll dann in der Großen Runde diskutiert und ggf. abgeändert werden. Sollte es möglich sein wäre es zudem sinnvoll externe Fachreferent*innen einzuladen, die eine andere Sichtweise auf das Gebiet anbieten und somit einen neuen Input liefern. Ist dies erfolgt können die Konzepte dementsprechend angepasst und in Grundsatzprogrammanträge umgestaltet werden, die im Idealfall in einem Jahr an dieser Stelle abgestimmt werden. Neben so ernsten Themen würde ich mich freuen, wenn es im Juso Bezirk noch ein bis zwei weitere Freizeitaktionen, wie z.B. das Kanufahren in Wolfenbüttel, gibt und würde mich dazu bereit erklären die Organisation in meine Hand zu nehmen.